Chromatische Aberration (CA), Sehschärfe und Fehlsichtigkeitsentwicklung
Sektion für Neurobiologie des Auges, Universitäts-Augenklinik, Calwerstr. 7/1, 72076 Tübingen
frank.schaeffel@uni-tuebingen.de
Abstract
Die Dispersion optischer Medien hat zu Folge, dass die Brechkraft des Auges wellenlängenabhängig ist: über den gesamten sichtbaren Bereich des Spektrums ändert sie sich immerhin um über 2 Dioptrien. Demzufolge sind sowohl Refraktion (aufgrund der "longitudinalen CA"), als auch retinale Bildvergrößerung (aufgrund der "transversalen CA") wellenlängenabhängig. Da unser Umgebungslicht fast immer polychromatisch ist, muss das Sehsystem das Problem multipler Schärfenebenen und Bildvergrößerungen lösen. Rot- und Grünzapfen liegen nur etwa 0.5 dpt auseinander (max. Absorption bei ungefähr 530 bzw. bei 560 nm), der Blauzapfen (max. Absorption bei ungefähr 430 nm) analysiert dagegen ein um etwa 1.25 dpt in kurzsichtige Richtung defokussiertes Bild. Der Vortrag gibt einen Überblick, wie das Sehsystem mit den Problemen guter Sehschärfe, genauer Akkommodations- und Augenwachstumssteuerung (Emmetropisierung) angesichts multipler Schärfeebenen umgeht.
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