Rechnergestützte Konstruktion von Epithesen auf der Basis optischer Oberflächenvermessung
Poliklinik für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien, Universitätsklinikum Münster;
2Institut für Angewandte Physik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
berssenbruegge@uni-muenster.de
Abstract
Epithesen sind künstliche Gesichtsteile, die dazu dienen, Defekte abzudecken und so das Gesicht ästhetisch wiederherzustellen. Bei der messtechnisch unterstützten Anfertigung von Epithesen sind die Konstruktion einer passenden Form und die Nachstellung der Hautfarbe die beiden zentralen Herausforderungen. Ausgehend von der optisch erfassten 3D-Oberfläche des Gesichts wird bei dem vorgestellten Verfahren die Epithesenform bei einseitigen Defekten durch Spiegelung der gesunden Gesichtshälfte gewonnen. Die Überprüfung, wie harmonisch sich die Epithesenform in das Gesicht einfügt, erfordert ein Maß, das mit der menschlichen ästhetischen Wahrnehmung verknüpft ist. Grundlage des hier verwendeten Ansatzes ist die Spiegelsymmetrie des Gesichts. Verschiedene Konzepte zur Berechnung von Asymmetrieindizes aus den 3D-Punktewolken werden präsentiert. Für die Nachstellung der Hautfarbe auf der Basis spektroskopischer Messungen werden bei der Farbrezeptierung die Mischungsverhältnisse der verfügbaren Farbmittel berechnet. Es werden Optimierungsschritte dargestellt und die Beschreibung des Absorptions- und Streuverhaltens innerhalb der Haut mit dem Kubelka-Munk-Modell diskutiert.