Lichtbeugung im Raumgitter der Netzhaut des Auges und Interferenzen im Fresnel-Nahfeld transformieren das sichtbare Spektrum in den RGB-Raum..
Institut für Optosensorik, Wetzlar
Dr. Norbert Lauinger
Kalsmuntwesthang 9
35578 WETZLAR
Abstract
Die ‚invertierte‘ Retina des Auges enthält als kortikale Schicht drei zelluläre Körnerschichten, die den Rezeptoren lichtwärts vorgelagert sind. Die dritte Schicht stellt ein Raumgitter dar, das als Resonator im Fresnel-Nahfeld stehende Raumwellen erzeugt, die Zapfen oder Stäbchen empfangen können. Die Raumwellen stimmen mit den Gipfelwellenlängen der spektralen RGB-Hellempfindlichkeitskurven im Tages- und Dämmerungssehen überein und stellen eine R-Grundwelle bei 559nm mit zwei Oberwellen bei 537nmG und 447nmB im Tages- und bei 512nmR, 512nmG, 415nmB im Dämmerungssehen in je drei Beugungsordnungen dar. Eine Überlappung der RGB-Kurven findet nicht statt, den Gipfelwellen benachbarte Wellen werden gedämpft. Die Transformation des sichtbaren Spektrums in den RGB-Farbenraum würde damit nicht durch die Fotopigmente, sondern die diffraktive Raumgitteroptik mit ihren Interferenzen im Fresnel-Nahfeld erfolgen. Wie in anderen kortikalen Schichten kann die schichtenweise Informationsverarbeitung bereits im Bildraum des Auges erfolgen. Die Ergebnisse sind relevant für die Entwicklung optischer Raumgitter und von Retina-Implantaten.