Das Gehirn entwickelt vor der Geburt das Auge und in der Netzhaut das ‚Gehirn im Auge‘ für die kortikale Informationsverarbeitung.
Institut für Optosensorik, Wetzlar
Abstract
Das Gehirn entwickelt pränatal neben der Struktur des Auges das ‚Gehirn im Auge‘: drei zelluläre Körnerschichten (Nuclear Layers) zwischen den Grenzmembranen der Retina. Das ‚Gehirn im Auge‘ kann diffraktiv-optisch mit den drei – den Fotorezeptoren lichtwärts vorgelagerten - zellulären Phasengittern Funktionalitäten der kortikalen Informationsverarbeitung übernehmen: die Ortsfrequenzfilterung, die monokulare Tiefenkarte mit Objekt-Hintergrund-Trennung, die log-polare Objektklassifizierung sowie die raumgitter-optische Transformation des sichtbaren Spektrums in den RGB-Raum im Fresnel-Nahfeld der Retina für das Tages- und das Dämmerungssehen. Das ‚Gehirn im Auge‘ folgt damit dem Prinzip der schichtenweisen Informationsverarbeitung, die in den kortikalen Sehzentren CGL und V1 vorliegt. Die Raumgitteroptik – und nicht die Fotochemie – ist es, die die Lage der Gipfel der spektralen Hellempfindlichkeitskurven der vier Fotorezeptoren im Spektrum bestimmt. Und sie erklärt, weshalb die Farben und Helligkeiten, die die Augen sehen, nur in den Augen vorhanden sind und doch zu den Objekten zugehörig gesehen werden.