Sichtfäden - Ein neuer Ansatz zur generischen Kamerakalibrierung
BIAS - Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH, Klagenfurter Str. 5, 28359 Bremen
2 Universität Bremen, Fachbereich Physik und Elektrotechnik, Otto-Hahn-Allee NW1, 28359 Bremen
Abstract
Eine Kamerakalibrierung für die 3D-Koordinatenmessung und -prüfung ist grundlegend für die Messgenauigkeit. Die notwendige Präzision bei gleichzeitig großer Robustheit bietet die sogenannte Sichtstrahlkalibrierung. Bei diesem generischen Ansatz handelt es sich um eine modellfreie Beschreibung, bei der jedem Bildsensor-Pixel ein Sichtstrahl zugeordnet ist. Für die Methode sind zahlreiche Bilder von Referenzmonitoren erforderlich, die an unterschiedlichen Positionen aufgenommen werden. Dies erzeugt große Datenmengen und führt folglich zu einer zeitaufwendigen Auswertung für die Durchführung der Kalibrierung. In diesem Beitrag stellen wir eine neue Methode vor, die "Sichtfäden" anstelle von Sichtstrahlen verwendet. Diese „Fäden“ verbinden zunächst als Liniensegmente zwei Punkte benachbarter Referenzmuster. Durch ein „Spannen“ der „Fäden“ werden die Positionen der Monitore virtuell im Raum schrittweise optimiert und die „Fäden“ dabei in Sichtstrahlen überführt. Dieses neue Verfahren verkürzt erheblich den Aufwand der generischen Kalibrierung.