Zauberspiegel, Brillengläser und Wasserhähne – alte Probleme neu beleuchtet
Institut für Optik, Information und Photonik, Max-Planck-Forschungsgruppe, Universität Erlangen-Nürnberg
Abstract
„Chinesische Zauberspiegel“ sehen auf den ersten Blick wie gewöhnliche Metallspiegel mit kunstvoll verzierter Rückseite aus. Lässt man jedoch vom Spiegel reflektiertes Licht auf einen Schirm fallen, so erscheint erstaunlicherweise das Muster der Rückseite. Der Effekt beruht auf kleinen, lokalen Neigungsvariationen der polierten Fläche. Für die Messung solcher Neigungsvariationen auf spiegelnden Oberflächen eignet sich besonders die in den letzten Jahren wiederentdeckte Deflektometrie. Sie ist einfach, schnell, hochempfindlich und robust (inkohärent). Mit der Deflektometrie lassen sich auch stark asphärische blanke Freiformflächen vermessen, was bis vor kurzem nur mit hohem Aufwand lösbar war. Wir geben einen Überblick über die deflektometrischen Sensoren mit Ihren Möglichkeiten und Grenzen. Es gibt ein breites Spektrum möglicher Anwendungen – von Kontaktlinsen bis zu Autoscheiben und von Wafern bis zu Wasserhähnen.