Tolerierung von Oberflächenformabweichungen
FISBA AG, St. Gallen
Abstract
Bei der traditionellen Prüfung optischer Flächen mit einem Probeglas wird die Oberflächenformabweichung gemäß der veralteten Norm DIN 3140 mit nur drei Kennzahlen ("Passfehler") beschrieben. Die aktuelle Normenreihe DIN ISO 10110 berücksichtigt auch die Möglichkeiten heutiger Interferometer und Profilometer. Damit können zusätzlich z.B. RMS-Werte, Anstiegsabweichungen, Zernike- oder Legendre-Koeffizienten und die Oberflächengüte (Rauheit, Welligkeit) beschrieben und toleriert werden. Diese verbesserten Mess- und Tolerierungsmethoden lassen sich sinnvoll bei Asphären und Freiformflächen einsetzen, die mit relativ kleinen Werkzeugen hergestellt werden. Sie können deshalb viel komplexere Oberflächenformabweichungen haben als herkömmliche sphärische oder ebene Flächen, bei denen die Polierwerkzeuge meist größer sind als die bearbeiteten Flächen. Je nach Lage einer Fläche im optischen System wirken sich die verschiedenen Formabweichungen unterschiedlich auf die Punktbildgüte und die Verzeichnung aus. Solche Zusammenhänge werden vorgestellt und daraus sinnvolle Toleranzen für die verschiedenen Oberflächenformabweichungen und die Oberflächengüte abgeleitet.